{"id":2941,"date":"2020-11-21T09:47:23","date_gmt":"2020-11-21T08:47:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vinoalma.de\/blog\/?p=2941"},"modified":"2020-11-21T09:48:19","modified_gmt":"2020-11-21T08:48:19","slug":"olivenoel-aus-spanien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vinoalma.de\/blog\/2020\/11\/21\/olivenoel-aus-spanien\/","title":{"rendered":"Oliven\u00f6l &#8211; Spaniens fl\u00fcssiges Gold"},"content":{"rendered":"\n<p>Spanien ist der gr\u00f6\u00dfte Olivenproduzent der Welt. Allein Andalusien ist mit rund 150 Millionen B\u00e4umen ein riesiges Anbaugebiet. \u201eGek\u00e4mmtes Land\u201c bezeichnet der Dichter Antonio Machado die Landschaft in Provinzen wie Ja\u00e9n und Cordoba, in denen sich unendlich viele Olivenb\u00e4ume in schnurgeraden Reihen \u00fcber die H\u00fcgel ziehen. Ein Meer an Olivenb\u00e4umen.<\/p>\n\n\n\n<p>Apropos Meer: Was w\u00e4re der Mittelmeerraum ohne Wein und ohne Oliven? Oliven und Wein sind in kulinarischer Hinsicht das mediterrane Traumpaar. Da es bei Vino&amp;Alma fast immer um Wein geht, schauen wir heute ausnahmsweise einmal auf das Thema Oliven, genauer gesagt das \u00d6l, welches aus den Fr\u00fcchten gewonnen wird. Wie es gemacht wird und worauf beim Kauf zu achten ist, dazu im Folgenden einige wichtige Informationen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Oliven und Spanien &#8211; eine Jahrtausende alte Liaison<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Vor \u00fcber 3000 Jahren brachten die Ph\u00f6nizier den Wein und den Weinbau nach Spanien. Lesen Sie hierzu gerne <a href=\"https:\/\/www.vinoalma.de\/blog\/2020\/09\/28\/die-weingeschichte-spaniens-1\/\">diesen Artikel zur Weingeschichte Spaniens<\/a>. Ebenfalls brachten die Ph\u00f6nizier, die urspr\u00fcnglich aus dem heutigen Libanon und Syrien stammen, das Oliven\u00f6l auf die iberische Halbinsel mit. Seither sind Olivenb\u00e4ume fester Bestandteil der mediterranen Kulturlandschaft. Heute existieren in Spanien \u00fcber 100 verschiedene Olivensorten. Einige eignen sich besser zum Essen, wie zum Beispiel die aromatische und dicke Alore\u00f1a. Andere Sorten wie Picual und Arbequina eignen sich wiederum eher f\u00fcr die Erzeugung von \u00d6l.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Olivenb\u00e4ume k\u00f6nnen \u00fcber tausend Jahre alt werden und immer noch Ertr\u00e4ge geben. Die alten Sorten sind gen\u00fcgsam und ben\u00f6tigen kaum Wasser, um zu wachsen. Neuere, gez\u00fcchtete Sorten ergeben h\u00f6here Ertr\u00e4ge, m\u00fcssen aber daf\u00fcr oftmals k\u00fcnstlich bew\u00e4ssert werden. Im wasserarmen Spanien wird dies im Zuge des Klimawandels zu versch\u00e4rften Problemen f\u00fchren.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Der Klimawandel f\u00fchrt auch dazu, dass sich der Erntezeitpunkt verschiebt. Oliven werden in Spanien normalerweise im Dezember und Januar geerntet. Mancherorts beginnt die Ernte heute schon Ende Oktober und im November. Die fr\u00fchere Lese hat allerdings auch mit einem neuen Geschmackstrend zu tun: Das \u00d6l von fr\u00fch geernteten Oliven schmeckt fruchtiger und etwas bitterer. L\u00e4sst man die Oliven l\u00e4nger am Baum reifen, f\u00e4llt das \u00d6l hingegen weicher und runder aus. Man kann also mit dem Erntezeitpunkt bereits Einfluss auf den Stil des sp\u00e4teren \u00d6ls nehmen. Das ist im Grunde fast so wie beim Wein bzw. bei der Weinlese.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"600\" height=\"440\" src=\"https:\/\/www.vinoalma.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/CCDF4F92-38A3-44AC-A84C-0B4000C5DD81.jpg\" alt=\"Olivenernte in den Bergen von Granada\" class=\"wp-image-2943\" srcset=\"https:\/\/www.vinoalma.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/CCDF4F92-38A3-44AC-A84C-0B4000C5DD81.jpg 600w, https:\/\/www.vinoalma.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/CCDF4F92-38A3-44AC-A84C-0B4000C5DD81-300x220.jpg 300w, https:\/\/www.vinoalma.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/CCDF4F92-38A3-44AC-A84C-0B4000C5DD81-578x424.jpg 578w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Bei der Olivenernte werden Netze am Boden ausgelegt. Die B\u00e4ume werden dann entweder maschinell gesch\u00fcttelt oder von Hand &#8222;abgezogen&#8220;. Wie auch immer: Am Ende werden die Oliven in den Netzen zusammengebracht.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Es bestehen sogar weitere \u00c4hnlichkeiten zwischen der Wein- und Oliven\u00f6lerzeugung: Wie Trauben k\u00f6nnen auch Oliven schnell oxydieren. Es empfiehlt sich also, die geernteten Fr\u00fcchte m\u00f6glichst schnell weiter zu verarbeiten. Je l\u00e4nger man damit wartet, umso mehr verlieren die Oliven an Aromen oder sie verderben im schlimmsten Fall sogar. Auch ist im Sinne einer bestm\u00f6glichen Qualit\u00e4t darauf zu achten keine besch\u00e4digten, zerquetschten Oliven zu verarbeiten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dar\u00fcber hinaus enth\u00e4lt das frisch gepresste Oliven\u00f6l &#8211; wie frisch gepresster Traubenmost &#8211; viele Trubteile. Erst im weiteren Verarbeitungsprozess wird das \u00d6l gekl\u00e4rt und ges\u00e4ubert, zum Beispiel bei einem mehrmonatigen Ausbau in luftdichten Edelstahltanks, in denen sich der Trub am Boden absetzt. Zudem filtern einige Erzeuger das \u00d6l vor dem Abf\u00fcllen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Dies sind eher allgemeine Informationen. Wir sollten uns freilich im Klaren sein, dass Oliven\u00f6l nicht gleich Oliven\u00f6l ist. Es gibt unterschiedliche Methoden bei der Erzeugung und enorm gro\u00dfe Unterschiede in den Qualit\u00e4ten. Welche Art von Oliven\u00f6l am besten f\u00fcr den Genuss geeignet ist, dazu mehr im folgenden Kapitel.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Worauf ist beim Kauf von Oliven\u00f6l zu achten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Spanien &#8211; wir hatten es eingangs gesagt &#8211; ist der gr\u00f6\u00dfte Produzent von Oliven\u00f6l weltweit. Das Land \u00fcbertrifft die Produktion von Italien um ein Deutliches. Die internationale Nachfrage nach italienischem Oliven\u00f6l ist aber gr\u00f6\u00dfer. Ein beachtlicher Teil des spanischen Oliven\u00f6ls wird deshalb nach Italien exportiert und dort einer Mischung unterzogen. Das \u00d6l wird dann als \u201ein Italien abgef\u00fcllt\u201c deklariert. Dies als Vorbemerkung.<\/p>\n\n\n\n<p>Die hochwertigsten spanischen Oliven\u00f6le sind jene mit dem Vermerk \u201eExtra Virgen\u201c. Es handelt sich hierbei um kaltgepresste, sogenannte native Oliven\u00f6le, die ausschlie\u00dflich in einem mechanischen Verfahren gewonnen werden. Es kommen also keine chemischen Mittel und Methoden zum Einsatz wie es bei den sogenannten raffinierten \u00d6len der Fall ist.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wer gutes spanisches Oliven\u00f6l f\u00fcr die Zubereitung von Salaten, Pasten und zum Kochen will, sollte sich deshalb ausschlie\u00dflich eines mit dem Vermerk \u201eExtra Virgen\u201c (deutsch: Natives Oliven\u00f6l Extra) anschaffen. Doch auch in dieser Kategorie gibt es freilich erhebliche Qualit\u00e4ts- und Geschmacksunterschiede.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Oliven\u00f6l ist \u00fcbrigens sehr lichtempfindlich (eine weitere Parallele zum Wein). Durchsichtige Flaschen mit h\u00fcbschen Etiketten m\u00f6gen in den Supermarktregalen ja ganz nett und attraktiv aussehen; diese Verpackung ist aber die sicherste Methode, um dem Oliven\u00f6l zu schaden. Es ist daher besser bei einem Fachh\u00e4ndler das Oliven\u00f6l in 2-, 3- oder 5-Liter Kanistern zu kaufen, in denen das \u00d6l vollst\u00e4ndig abgedunkelt ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie entsteht so ein Oliven\u00f6l \u201eExtra Virgen\u201c? Bei der Verarbeitung von Oliven im \u201ekalten\u201c Zustand &#8211; knapp \u00fcber 20 \u00b0C &#8211; f\u00e4llt der \u00d6lertrag viel geringer aus, als wenn die Oliven erhitzt werden. Daf\u00fcr bleibt bei der mechanischen Kaltverarbeitung die volle Aromatik erhalten, und das so gewonnene \u00d6l hat folglich die beste Qualit\u00e4t.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zuerst werden die Oliven samt Kernen gemahlen. Anschlie\u00dfend wird das \u00d6l durch Pressen oder durch Schleudern in Zentrifugen von den Schalen, dem Fruchtfleisch und den Kernsplittern getrennt. Je nach Sorte sind 5 bis 9 Kilogramm Oliven erforderlich, um einen Liter \u00d6l zu erhalten. Das frisch gepresste \u00d6l &#8211; wir hatten es vorangehend gesagt &#8211; hat eine gr\u00fcnliche Farbe, ist noch sehr tr\u00fcb und wird im weiteren Ausbau in Edelstahltanks und ggf. durch Filtrieren gekl\u00e4rt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"600\" height=\"400\" src=\"https:\/\/www.vinoalma.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3749.jpg\" alt=\"Oliven\u00f6l, frisch gepresst\" class=\"wp-image-2944\" srcset=\"https:\/\/www.vinoalma.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3749.jpg 600w, https:\/\/www.vinoalma.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/11\/IMG_3749-300x200.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><figcaption>Frisch gepresstes Oliven\u00f6l hat eine gr\u00fcnlich tr\u00fcbe Farbe.<\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p>Abschlie\u00dfend unser kurzes Fazit zum Einkauf. F\u00fcr welches Oliven\u00f6l Sie sich am Ende entscheiden, ist zum einen eine Qualit\u00e4tsfrage. Wir hatten es gesagt: Unsere Empfehlung lautet eindeutig \u201eExtra Virgen\u201c.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen ist es eine Geschmacksfrage: Es gibt zahlreiche hochwertige Oliven\u00f6le, die mal fruchtiger, mal bitterer, mal sch\u00e4rfer, mal weicher daherkommen. Es lohnt sich diesbez\u00fcglich den eigenen Geschmack zu kennen bzw. herauszufinden. Hierbei ist die Beratung durch einen Fachh\u00e4ndler von gro\u00dfem Wert. Der Weg zum Spanien-Spezialisten, der au\u00dferdem die Erzeuger und deren Arbeitsweise kennt, lohnt sich f\u00fcr das gute Oliven\u00f6l allemal. Ihre Speisen werden es Ihnen danken.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Vino&amp;Alma f\u00fchren wir von der Kooperative El Soleras ein kalt gepresstes, natives Oliven\u00f6l der Klasse \u201eextra virgen\u201c. Es wird aus der Sorte Arbequina gewonnen. Der Erzeuger befindet sich im katalanischen Hinterland in der Provinz Leida und geh\u00f6rt der Oliven\u00f6lregion D.O. Les Garrigues an. Wie beim spanischen Wein gibt es auch f\u00fcr Oliven\u00f6le die gesch\u00fctzte Ursprungsbezeichnung \u201eDenominaci\u00f3n de Origen\u201c (D.O.). Alle spanischen D.O.s werden von einem Kontrollrat (Consejo Regulador) geleitet, der Qualit\u00e4tsstandards vorgibt und kontrolliert. Nur wer die vorgegebenen Qualit\u00e4ten erreicht, darf sein \u00d6l mit der D.O.-Herkunftsangabe deklarieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Spanien ist der gr\u00f6\u00dfte Olivenproduzent der Welt. Allein Andalusien ist mit rund 150 Millionen B\u00e4umen ein riesiges Anbaugebiet. \u201eGek\u00e4mmtes Land\u201c bezeichnet der Dichter Antonio Machado die Landschaft in Provinzen wie Ja\u00e9n und Cordoba, in denen sich unendlich viele Olivenb\u00e4ume in schnurgeraden Reihen \u00fcber die H\u00fcgel ziehen. Ein Meer an Olivenb\u00e4umen. 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